Redebeiträge

Ansprache des Vorsitzenden der WOG in BaWü zum 30. Bestehen der Deutsch-Russischen Gesellschaft Pforzheim: Gegen den Russlandboykott, gegen die Kriminalisierung der Städtepartnerschaften (14. Oktober 2017)  Kurzversion DRG Enzkreis Pforzheim

Foto (pr): Gratulanten aus Irkutsk

 

 

Ansprache des Vorsitzenden der WOG in Baden-Württemberg zum

45. Jubiläum der Kinderklinik Nr. 1

in Samara, Russland (30. Oktober 2015)

Liebe Veteraninnen und Veteranen (ohne die wir heute nicht hier wären),

sehr geehrte Frau Minister,

liebe verehrte Frau Galachowa
als unsere Gastgeberin,

liebe verehrte Professorinnen Kaganova und Masur als Vorsitzende unserer Tagung,
Eminenzen, Abgeordnete, Bürgermeister, liebe Festgäste,

herzlichen Glückwunsch zum 45 jährigen Jubiläum der Kinderklinik Nr. 1 und herzlichen Dank für die Einladung. 45 Jahre sind schon ein guter Anlass zu feiern. Es ist ein Zeitraum, den zumindest ein Mensch meiner Generation gut überblicken kann.

Ich war 1970 ganze 17 Jahre alt- noch nicht ganz volljährig, aber es ist ein spannendes Alter mit viel Neugierde auf das Erwachsenwerden. Und ich erinnere mich gut an eine sehr interessante politische Zeit. Es war das beginnende Ende des kalten Krieges, ein Ende, das wir junge Menschen in Deutschland einforderten. Ministerpräsident Kossygin und Bundeskanzler Willy Brandt unterzeichneten damals in diesem Jahr 1970 den berühmten deutsch- sowjetischen Vertrag.

Ein Vertrag, der die Grundlage für neue und gute Beziehungen bildete und dessen Neuformulierung angesichts heutiger Spannungen sinnvoll wäre. Wir verstehen uns, die West-Ost-Gesellschaften in Deutschland, gerade in Baden-Württemberg, als rein ehrenamtliche Nichtregierungsorganisationen mit Mitgliedern aus allen Schichten der Bevölkerung , die sich stets dem Gedanken der Völkerfreundschaft und dem Abbau von Spannungen, gerade zu Russland und auch Belarus, verpflichtet fühlten und fühlen.

Was wäre hierzu besser geeignet als die Zusammenarbeit auf humanitärem medizinischen Gebiet? Auch hier blicken wir bereits auf einige Jahre zurück. Seit 1993 bestehen die Kontakte zwischen unseren Kliniken Nr. 1 und dem traditionsreichen Olgahospital. Dessen Namensgeberin ist seit 1849 die württembergische Königin Olga, zugleich russische Grossfürstin,Tochter von Zar Nikolaus, deren soziales Engagement auch heute noch vorbildlich genannt werden muss.

Immer wieder gab es Menschen bei uns, die im Rahmen der Partnerschaft der Städte Samara und Stuttgart gerade die Partnerschaft und die Zusammenarbeit mit der Kinderklinik Nr. 1 im Auge hatten. Einige sind schon nicht mehr unter uns. Ich erinnere an Herrn Klaus-Peter Baatz, aber auch an den Stuttgarter Bürger Klaus Müller.

Letzterer machte es mit seinem Nachlass zu Gunsten kranker Kinder in Samara möglich, dass wir im letzten Jahr die beiden Fahrzeuge und in diesem Jahr ein Beatmungsgerät liefern konnten. Mit Ihnen und der Seradawin Klinik konnte das CLEFT – Projekt gestartet werden. Das waren und sind erfreuliche Projekte, die gerade in schwierigen, dunkleren politischen und wirtschaftlichen Zeiten Leuchttürme sind. Wir freuen uns sehr, wenn wir damit einen Beitrag leisten können, dass es Kindern etwas besser gehen kann, als es das Schicksal mit ihnen vorgesehen hat.

Insofern nochmals herzlichen Glückwunsch und Dank an alle, von denen in der Küche und in der Verwaltung und der Technik bis hin vor allem zu den engagierten Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, die sich dem Wohl dieser Kinder annehmen und die, wo immer es möglich ist, sich deren Wohl und Gesundung Tag und Nacht widmen.

Was bringt man mit, wenn man zu einem Geburtstag geht? Neben den Glückwünschen natürlich das eine oder andere Geschenk. Drei haben wir im Gepäck: Zunächst freue ich mich, dass wir erneut die Reise einer Delegation des Stuttgarter Olga Hospitals hierher finanzieren konnten

(Kurze Vorstellung)

Frau Falkowski, übrigens in Kasachstan geboren, als Kind nach Deutschland gekommen, ist am Olgäle in der Pflege tätig. Frau Möck kümmert sich als Psychologin in der Onkologie um betroffene junge Patienten und deren Familien, Frau Dr. di Dio ist als HNO – Spezialistin mitgekommen, Frau Dr. Meythaler ist Surfactant- Spezialistin. Nicht zum ersten Mal hier ist Herr Dr. Illing, der gerade aus den USA zurückkommt und morgen zum wichtigen Thema Mukosviszidose spricht. Wir sind auf den inhaltlichen Teil der Workshops im Rahmen Ihres gesamten Programms sehr gespannt.

Dann ist ein Jubiläum auch ein Anlass, alte Schulden zu begleichen. Aus der Fahrzeuglieferung war leider noch immer nicht alles finanziert. Die letzten 250.000.– Rubel habe ich, liebe Frau Galachowa, jetzt aber mitgebracht, bevor sie uns den Gerichtsvollzieher schicken. Mit Stempeln und Unterschriften können wir das jetzt endlich regeln. Den Stempel habe ich mitgebracht.

Und zum Dritten schlagen wir vor, im Anschluss an die Workshops Überlegungen für ein mehrjähriges Projekt der Zusammenarbeit definieren und für das neue Jahr vorzubereiten, über dessen Finanzierung wir dann, ganz im Sinne der Stiftung von Klaus Müller, ebenfalls sprechen können. Es wäre schön, wenn das klappen könnte und damit, bis zum 50. Jubiläum, ein weiteres Kapitel der Zusammenarbeit geschrieben werden könnte….

Herzlichen Dank für Ihre freundliche Begrüßung, nochmals für die Einladung und alles Gute für Sie ALLE persönlich und natürlich für die gesamte Kinderklinik Nr. 1 mit Namen „Iwanowa“…

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